Glück als Lebensbestandteil

Wir alle wollen glücklich sein, sind jedoch oft unglücklich. Woher kommt das? Mitunter wohl von zu hohen Erwartungen an uns selbst, weshalb Erfolge und positive Erlebnisse oft in weite oder unerreichbare Ferne rücken. Das deprimiert uns und macht uns unglücklich.

Der Grund dafür ist, dass zu hohe Ansprüche an bestimmte Erlebnisse, Ereignisse und Personen die Gefahr in sich bergen, enttäuscht zu werden, was wiederum den Blick für Spontanes und unerwartete Möglichkeiten trübt. So machen wir unsere Umwelt öde, fad und defizitär. Statt dessen würde uns eine Haltung nach dem Motto "ich erwarte nichts und hoffe das Beste" weit eher bekommen.

Man begräbt den eigenen Anspruch auf Glück und Unglück und harrt der Dinge, die da kommen. Wenn man Schwierigkeiten als vollkommen selbstverständlichen Bestandteil des Lebens aller Menschen akzeptiert, kommt man auch damit klar, dass Sorgen, Nöte, ängste und Unsicherheiten eine natürliche Zutat in unserem Leben sind, sie machen es nicht weniger lebenswert. Konkrete Probleme sind also kein Einzelphänomen, sondern ein Umstand, den man mit allen Menschen teilt.

Diese bewältigten Sorgen und Probleme nämlich ermöglichen es uns, empathisch auf unsere Mitmenschen einzugehen und Verständnis für sie aufzubringen. Außerdem sind sie die Grundbedingung dafür, Erfahrungen sammeln zu können, um mit ihnen neue Krisen und Probleme zu bewältigen. Diese Krisenbewältigung wiederum gibt uns ein Gefühl des persönlichen Erfolges, der uns glücklich macht.

Es erfüllt uns, uns weiter zu entwickeln und aus unseren Fehlern und schweren Zeiten zu lernen. Die Stärke, die wir daraus gewinnen und mitnehmen, ist der Grundstein für das Empfinden von wahrem Glück, das als Wohlfühlfaktor wohl zum Leben gehört wie die Luft zum Atmen.