Glückwünsche versenden
Ob Geburtstag, Taufe oder Hochzeit, ob man persönlich anwesend sein kann/darf oder nicht, eines überbringen wir doch immer: Glückwünsche. Das scheint uns selbstverständlich, gehört zum Guten Ton und wird schließlich bauch irgendwie von uns erwartet.
Doch schauen wir zurück, so führen die Wörterbücher den Glückwunsch erst seit gut 20 Jahren. Wenn wir einen Glückwunsch überbringen, geht es dabei nicht immer und ausschließlich nur um Ereignisse, die tatsächliche etwas mit künftigem Glück in Form von günstiger Schicksalsfügung zu tun haben. Wir würdigen mit ihm auch herausragende geistige oder sportliche Leistungen, wenn jemand etwa in der Schule ein gutes Zeugnis bekommt oder bei einer Sportprüfung überdurchschnittlich abschneidet.
Sprachlich legitimiert wird dieses Verhalten durch Stichworte im Wörterbuch, die Bezug nehmen auf eine freudige Anteilnahme am Erfolg oder der Leistung des anderen. In dieser Definition wird Glück also mit Erfolg und Leistung verbunden, was, wenn man genauer darüber nachdenkt, nicht gerade schmeichelhaft für den Gelobten ist, da man dessen Erfolg im Kern der Sache auf Glück und nicht auf Können zurückführt.
Mit dieser Erweiterung des Glückwunsches kam auch sein Gebrauch als "Wunsch für alle Fälle". Jetzt findet er zahlreiche Verwendungsformen, zum Beispiel im Alltag in der Formel "Guten Morgen" oder bei einem Todesfall als "Beileid". Das Wort Glück an sich gehört schon lange zum deutschen Wortschatz. Glück im Leben zu haben "was auch immer der einzelne darunter versteht! war und ist wohl einer der am häufigsten geäußerten oder gedachten Wünsche der Menschen.
Wir wünschen uns aber nicht nur Glück für uns selbst, sondern auch für jene, die uns am Herzen liegen. Damit bekunden wir Anteilnahme und Empathie, soziale Kompetenzen, die es uns erst möglich machen, in einem Gefüge. Wie wir es kennen, zu leben. Man nennt das soziale Interaktion.